Chris Cornell – 24.06.09 – ColumbiaClub – Berlin
26. Juni 2009 von das hainkind
Am ersten Sonnentag des Sommers 2009, genauer am 24.06.2009, besuchte ich den ColumbiaClub in Berlin-Tempelhof, um mir Chris Cornell anzuschauen. Ich gebe zu das Cornell mir in erster Linie durch seine beiden bekanntesten Hits, „You know my name“ und „Black hole sun“ im Gedächtnis rumschwirrte.
Nach einer entspannten Radtour bin ich gegen 20.00 Uhr vorm ColumbiaClub eingetroffen. Noch waren verhältnismäßig wenige Leute vor Ort. Es fanden sich immer wieder Besucher, die Konzertkarten im Vorfeld kaufen und verkaufen wollten. Sollte die Show etwa ausverkauft sein?
Es wunderte mich etwas, dass die Schlange vor dem Schalter mit der Gästeliste länger war, als die vorm Eingang – Naja, Hauptsache der Laden wird voll. Also schnell noch was Flüssiges zur Einstimmung geholt und dann kurz nach 20.30 Uhr rein.
Auch im ColumbiaClub waren nicht wirklich viele Besucher, sodass ich zu diesem Zeitpunkt von einer eher entspannten Show ausging. An der Bar, die ich in einem früheren Beitrag schon einmal beschrieben habe, konnte ich mich davon überzeugen, dass sich getränketechnisch eigentlich nichts geändert hatte. Der angrenzende Biergarten veredelte bis zum Beginn des Konzertes etwas die Wartezeit.
Chris Cornell
Auf verschiedenen Webseiten und auch auf der des Veranstalters Trinity konnte man lesen, dass die Show um 21.00 Uhr beginnen sollte. Ich dachte mir, wenn da noch ne Vorband spielen soll, wird das Ganze zeitlich wirklich etwas eng. Kurz nach neun war immer noch nichts von drinnen zu hören. 21.20 schauten wir dann mal rein, ob wir vielleicht gerade ‘ne Akustikkapelle verpassten – nichts.
Na gut – Chris Cornell, bekannt durch Bands wie Soundgarden oder Audioslave, ließ die Menge, die inzwischen auf ein Vielfaches angewachsen war, warten. Sein neues Album „Scream“ ist erschienen und sollte nun seine Live-Taufe erleben.
21.50 Uhr ging es dann endlich los. Die Show begann mit einer Version des bekannten Soundgarden-Songs „Black hole sun“ – allerdings war diese Version ein reines Instrumental, das von einem Orchester unterstützt wurde – natürlich alles vom Band – insgesamt ein sehr schöner Auftakt.
Kurz danach betrat die Band die Bühne und legte mit dem ersten Song auch gleich gut los. Die ersten Reihen fieberten nun nach Sänger Chris Cornell, der wenig später die Bühne mit langen Haaren und smartem Auftreten enterte. Sofort wippten die Ersten mit.
Nach den ersten paar Songs fehlte mir allerdings schon die Interaktion mit dem Publikum. Cornell war einfach zu sehr mit sich beschäftigt und spielte nicht mit den vorderen Reihen. Im Laufe des Konzertes begann die Band allerdings immer mehr Spaß zu haben. Der Bassist übernahm wenig später die Animation und forderte das Publikum ein ums andere Mal auf mitzuklatschen. Dieses spielte sofort mit und klatschte begeistert den vorgegebenen Rhythmus mit.
Leider ließen die Songs und auch die Perfomance Cornells kein wirkliches Herumspringen zu. Das Alter des Publikums lag in etwa bei Anfang 20 bis Ende 40. Der ausverkaufte ColumbiaClub war nun auch mit rund 900 Leuten sehr gut gefüllt.
Es folgte ein sehr schönes Cover von Michael Jacksons Billy Jean, das Cornell wirklich beeindruckend interpretierte. Er hat dem Song einen komplett neuen Schliff gegeben.
Über weite Strecken war die Aussteuerung des Mikros jedoch einfach viel zu laut, sodass ich mir zwischenzeitlich die Songs mit einer verzogenen Mine anhören musste – wenig entspannt.
Sehr schön waren die Akustiknummern, die Cornell immer wieder allein mit seiner Gitarre bewaffnet darbot. Bei diesen Songs überzeugte er auch bei Weitem mehr als bei den härteren Nummern.
Nach 90 Minuten Programm, die keinesfalls langweilig, aber mich auch nicht wirklich gekickt haben, endete die normale Show. Und Chris Cornell begann wenig später mit seinen Zugaben. Lange wartete ich auf „You know my name“, den Sondtrack des James Bond Films „Casino Royale“ und das Warten wurde letztendlich doch noch belohnt. Cornell und seine Band spielten als letzte beide Stücke den Soundgarden-Hit „Black hole sun“ und eben den Soundtrack „You know my Name“ – zwei wunderschöne Songs, deren Songtexte auch vom Publikum lautstark mitgesungen wurden – ein gelungener Abschluss eines insgesamt schönen Konzertes.

Band: Chris Cornell + Band
Wertung: 7/10
Web: http://www.chriscornell.com/
Fazit:
Chris Cornell ist ein wirklich guter Sänger. Er ist jedoch leider als Solokünstler mit Band aufgetreten und nicht als Sänger einer Band. Diesen kleinen aber feinen Unterschied konnte man oft sehen. Sehr gut gefallen hat mir der Bassist, der über weite Strecken das Publikum gut zusätzlich animieren konnte.
Star auf der Bühne war natürlich Chris Cornell, der seine Liebhaber durch seinen guten Gesang auch überzeugt haben dürfte.
Akustik / Licht:
Die Instrumente waren gut aufeinander abgestimmt, die Stimme jedoch viel zu laut. So wurde das Zuhören nicht immer zu einem Vergnügen, was die gesangliche Leistung nicht schmälern soll. Das Licht war die ganze Show über dezent gehalten und ergänzte die Songs in sehr positiver Art und Weise.
Getränketechnisches:
Es gab Krombacher im 0,4l Becher zu 3,- € + 0.50 € Pfand.
Preis: 30,20 €
Location: ColumbiaClub, Columbiadamm 9-11, 10965 Berlin
Saniäres: Die Toiletten im ColumbiaClub sind in Ordnung und selbst bei vollem Laden nicht immer überfüllt.









Hey Hainkind warste gestern bei NIN???
Bin auf deinen Bericht gespannt. Ich fand’s 1A!
Hi Kleena,
na klar war ich da :)
Bericht kommt natürlich – brauche aber noch etwas Zeit…
Hallo,
erstmal Lob – weil objektiver Konzertbericht. Fans sehen das sicher teilweise noch etwas anders … Kannst du die komplette Setlist auftreiben oder veröffentlichen? Leider finde ich im www überhaupt nichts, was sonst so kursiert. Würde mich freuen. Oder: Wer kann helfen?? Dann an: idaczek@t-online.de
MfG
GuenIda
Hallo GuenIda,
ich habe im Netz eine SetList gefunden, die der vom 24.06.09 sehr nah kommen müsste.
01. Part Of Me
02. Time
03. No Such Thing
04. Billy Jean
05. Set It Off
06. Show Me How To Live
07. Hunger Strike
08. Ground Zero
09. Never Far Away
10. Burden In My Hand
11. Spoonman
12. Fell On Black Days
13. Long Gone
14. Cochise
15. Watch Out
16. Scream
17. Preaching The End Of The World
18. Be Yourself
19. Rusty Cage
Zugaben:
20. Disappearing Act
21. You Know My Name
22. Black Hole Sun
die setlist war noch etwas anders geschmückt: akkustic teil waren 4 lieder, fell on black days, doesn’t remind me, can’t change und like a stone.
und ich glaube die show ging volle 2 stunden
Vielen Dank für die setlist vom 24.06.09! Kam nach dem Urlaub erst jetzt zum Nachsehen … Ich dachte allerdings, dass als 17 oder 18 gespielt worden ist. Egal.
keep on rockin`!
Der Song “Jesus Christ Pose” wurde doch gegen Ende (Nr. 17 od. 18) gespielt? Egal.