Dredg – 09.06.09 – Huxleys Neue Welt – Berlin
10. Juni 2009 von das hainkind
Genau drei Monate nach ihrer letzten Show in Berlin spielten Dredg am 09.06.09 im Berliner Huxleys. Mal wieder war ich gespannt was sich die 4 Jungs aus Kalifornien diesmal einfallen lassen haben, um das zahlreich erschienene Publikum zu begeistern. Im Vorfeld war bereits die Rede von einem ausverkauften Huxleys. Am Einlass soll jedoch noch Karten gegeben haben.
Mein letzter Besuch im Huxleys war vor mehr als 10 Jahren zu einer Show von Faith No More (eine ihrer letzten…(?)). Aber ich war ja nun mit ein paar Leuten unterwegs, die böserweise das Konzert nur als Vorgeschmack auf das einen Tag später stattfindende Depeche Mode Konzert sahen – pah – Jungz ihr seid alt! :D
Das Huxleys ist ein wirklich schicker Laden direkt am Hermannplatz. Genaue Adresse: Hasenheide 107-113, 10967 Berlin. Kurz nach Betreten des Gebäudes und Passieren der Securities, bei denen einige sichtlich Spaß am Abtasten der Besucher hatten, gelangten wir in eine Art Vorraum. Ab hier war klar, dass die Vorband bereits losgelegt hat – scheinbar pünktlich um 20.00 Uhr, wie es auf der Karte zu lesen war. Gut – Eine Etage hoch beginnt das eigentliche Geschehen. Garderobe und sanitäre Anlagen sind hier zu finden. Ein paar Schritte weiter befindet sich dann der Konzertsaal, der zu diesem Zeitpunkt mit ca. 800 Leuten gefüllt war.
Da die Bar so günstig in diesen Raum eingebaut wurde, kamen wir nicht drum herum hier einmal nach dem Rechten zusehen. Ein Bier ist hier nur im 0,3l Becher für 3,- € + 0,50 € Pfand zu erwerben.
Die Vorband, deren Namen ich leider nicht aufschnappen konnte, spielt nach stilistisch ähnlicher Art wie Dredg und hatte auch gute Ansätze das Publikum in ihren Bann zuziehen. Durch unsere Verspätung kann ich an dieser Stelle leider nicht mehr zu der Band sagen. Wenn jemand dazu ein Kommentar schreiben möchte – gern – nur zu ;)
Der Konzertsaal bot auch die Möglichkeit sich zum Abkühlen ins Freie zurück zuziehen. Auch wenn das Wetter an diesem Tag doch recht schwül war, herrschte doch ein sehr angenehmes Klima im und ums Huxleys.
Inzwischen war das Huxleys angenehm gefüllt. Es blieb immer noch genug Platz um sich etwas zu bewegen oder den schnellen Weg zur Bar einzuschlagen.
Doch nun zum Headliner des Abends:
Dredg überzeugten ein weiteres Mal durch ihre musikalisch ausgefeilten Songstrukturen und spielten ein ordentliches Set, das Songs aller 4 Studioalben mitbrachte. Ich kam bereits in den Genuss mir das neue Album „The Pariah, the Parrot, the Delusion“ anzuhören. Dieses Album knüpft an das vorherige Album „Catch Without Arms“ an und kann es in einigen Phasen des Album sogar überragen. Was jedoch auch klar wurde, der Rohdiamant Dredg hat wesentlich weniger Ecken und Kanten im Vergleich zu den älteren Alben. Ich persönlich liebe die alten Alben, da sich hier immer wieder neue Ideen und Inspirationen finden lassen. Beim aktuellen Album „The Pariah, the Parrot, the Delusion“ überzeugen Dredg eher durch eindringliche sphärische Abwechslungen aus Rhythmus und Gesang.
Die Bühne war diesmal weniger dekorativ geschmückt als beim Konzert im März im Lido. Das Cover des neuen Albums schmückte die Bühne. Dekorative Stehlampen und Teppiche suchte ich jedoch vergeblich – habe ich sie übersehen, oder hat das neue Album auch eine Art Imagewechsel mit sich gebracht?
Genau wie ich erwartet hatte begannen Dredg ihre Show mit dem ersten Song des neuen Albums „Pariah“ – ein wunderschönes Stück, dass sofort die dredgtypische Stimmung transferiert.
Viele kleine Spielereien zwischen den Musikern auf der Bühne machten das Programm zu einem Erlebnis. So warf Schlagzeuger Dino Campella zwischen zwei Songs mit mehreren Sticks um sich, um letztendlich einen weiteren Song einzuleiten – das Publikum war amüsiert. Mir gefielen auch sehr die Samples, die Dredg zwischen einigen Songs brachte. Auf der einen Seite brauchte Sänger Gavin Hayes keine weiteren Worte Deutsch zulernen und beließ es stattdessen bei einem „Dankeschön“. Auf der anderen Seite wurden Stimmungen zwischen verschiedenen Songs nicht unterbrochen.
Kracher wie „Ode to the sun“ oder “Bug eyes” blieben nicht aus und wurden vom Publikum geradezu aufgesogen. Es machte Spaß zu sehen wie die Band wieder und wieder der Menge vor der Bühne einheizte und eine enorme Aura um sich aufbaute. Auch neue Songs wie „Information“ oder „Ireland“ fanden prompten Anklang beim Publikum.
Abgesehen von einigen Verspielern, die dem Großteil des Publikums sicher nicht aufgefallen sind, spielten Dredg einmal mehr eine sehr präzise und genaue Show, die mir und vielen anderen Musikern mal wieder zeigte, dass man einen Song schon eintausend mal gespielt haben kann und ihn trotzdem mit absoluter Emotion und Leidenschaft performen kann. Zugaben blieben dredgtypisch aus.
Akustik / Licht:
Der Sound im Huxleys lohnt sich. Ich bin an mehreren Stellen im Konzertsaal gewesen und konnte von allen Seiten auch alles wahrnehmen. Insgesamt vielleicht etwas laut, aber alles in allem ein wirklich guter Sound. Das Licht fand ich jetzt nicht so spektakulär – eine solide Lichtshow, aber nicht der Kracher.
Getränketechnisches:
Von der Musik geblendet kam ich lediglich dazu mich an das kühle Blonde zuhalten. 3,- € für einen 0,3l Becher – naja es geht schlimmer. Und das Bier war auch absolut in Ordnung.
Fazit:
Ein weiterer schöner Abend ist vorbei und ich werde mich noch lange an ihn erinnern. Ich habe diese Meinung ja schon einmal geäußert – Wer die Chance hat Dredg einmal live zusehen, der sollte dies tun. Es wird sicherlich nicht mein letztes Dredg-Konzert gewesen sein.
Wertung: 8/10
Preis: 27,- €
Location: Huxleys Neue Welt, Hasenheide 107-113, 10967 Berlin
Saniäres: Die sanitären Anlagen sind mit entsprechendem Personal auch sauber und gepflegt gewesen.
Band: dredg
Web: http://www.dredg.com








jaaa geile sache! Echt zu blöd, dass die Jungs nur im Norden der Republik auf Tour sind, ich würd mir gern auch mal persönlich ein Bild machen!
Sonst sauberes Review! Wie lang haben sie gespielt? Gabs Zugaben? :D
greetings heut mal aus EF
Lars
Rock am Ring und Rock im Park waren doch auch Stationen der aktuellen Dredg-Tour :)
Sonst kommste einfachmal rechtzeitig in die Hauptstadt.
Zugaben gab es wie immer keine – is anscheinend so ‘ne Dredg-Macke.
Bei der Länge des Konzertes bin ich mir nicht ganz sicher – ich tippe auf ca.90 Minuten.
jo ich mein aber schon so richitge eigenständige konzis ..RiP war mir zu teuer.. ;)
jojo wenn’s nicht sooo weit wäre jung, würd ich dir ständig auf die nerven gehen ! :D
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