Nader & the Black Pearls – 19.09.09 – Rockbar Pankow – Berlin
22. September 2009 von das hainkind
Es war wohl einer der letzten warmen Spätsommerabende, an dem es mich in die Rockbar nach Pankow zog, um mir Nader & the Black Pearls anzuschauen. Pankow ist jetzt nicht gerade dafür bekannt, dass dort das Leben tobt und man mit einem vollem Klub rechnen konnte. Ich stellte mich also auf eine angenehme Kneipenatmosphäre an der Bar ein.
21.00 Uhr sollte das Konzert beginnen – kein Opener, keine zweite Band, keine Lichtanlage und eine eher schwache PA zur Verstärkung des Sounds ließen meine ersten Zweifel aufkommen. Ich nahm also erstmal die Bar und den Rest der Location unter die Lupe. Früher soll in der Rockbar ein Irish Pub gewesen sein. Inzwischen glich der Laden einer Biker & Rocker Kneipe – der Name ist also Programm. Die Preise an der Bar überzeugten mich vollkommen. Ein Becks gab es für 1,90 € – etwas alkoholfreies ab 1,60 €.
Die Bühne befand sich gleich rechts vom Eingang aus gesehen. Obwohl, Bühne ist vielleicht etwas übertrieben – die Band hatte Glück, dass sie nur aus 3 Mitgliedern bestand. Eine Bigband hätte hier sicher den halben Raum eingenommen. Eine umfunktionierte Gesangsanlage beschallte den Raum in dem etwa 80 Leute Platz hätten. Links vom Eingang befindet sich ein weiterer Raum, in dem die Möglichkeit besteht eine Runde Billard zu spielen. Die Anzahl der Gäste war, vorsichtig ausgedrückt, sehr überschaubar. Die Show begann 21.15 Uhr.
Nader & the Black Pearls
Nader macht schon durch seine optische Erscheinung was her. Im Nadelstreifenanzug, mit einem Hut bekleidet und die Gitarre lässig umgeschnallt, stand er am Bühnenrand und konnte allein durch seine Blicke mit dem Publikum kommunizieren. Mit seinen Tattoos, die an Hals und Händen zusehen waren, wirkte der Sänger und Songwriter wie ein Frontman wirken sollte.
The Black Pearls bestanden aus einem Bassisten, der seinen 5-Saiter auch beherrschte und einem Schlagzeuger, der sein Set minimal hielt, aber sehr gut einsetzte. Normalerweise ist noch ein vierter Mann dabei, der die Black Pearls mit Orgel-Sounds unterstützt.
Stilistisch lässt sich Nader & the Black Pearls nicht mit einer genauen Musikrichtung beschreiben. Die Songs klingen wie Filmmusik der durch verschiedenste Tarantino-Filme bekannten mexikanischen und südkalifornischen Gitarrenklänge gemischt mit Surfrock, Rockabilly, Blues und einer Prise Stoner. Die Band selbst nennt ihren Stil Vintage Electro.
Nader & the Black Pearls wirkten sehr entspannt und wurden im Laufe der Show auch lockerer. Kein verkrampftes Setlist runterrocken, sondern eher auf Zuruf spielten die 3 Jungs ihre Songs. An dieser Stelle möchte ich einmal 3 Songs beschreiben, die auch auf dem Myspace-Profil der Band zu hören sind.
Jesus and I: Ein sehr schön sanfter Song, untermalt von einem ruhigen Beat, klingt er anfangs wie ein Stück Filmmusik. Der Refrain des Songs treibt den Zuhörer wieder an und so wird aus einer wippenden Bewegung ein rhythmisches Nicken – ein Song der unter die Haut geht – live genauso gut, wie auf der Profilseite.
Borderline: Dieses Stück beginnt wesentlich treibender, als Jesus and I. Ein stampfendes Grundthema dominiert den Song. Allein die Stimme zeigt dem Zuhörer klar den Refrain auf. Die Gitarre hat den typisch Surf-Klang und wird gekonnt dezent eingesetzt. Bass und Schlagzeug liegen größtenteils aufeinander und bilden so einen Rhythmus, der mir noch einige Tage später im Ohr blieb.
Stormride: Mein erster Gedanke war – „ist das ein Doors-Cover?“ Angelehnt an Jim Morrisons lethargischen Gesang bekommt der Song eigentlich erst im Refrain-Thema ein Gesicht. Aber genau das macht ihn so interessant.
Eine durchaus gemütliche Atmosphäre herrschte in der Rockbar und auch wenn es sich beim Publikum inzwischen vielleicht gerade mal 30 Leute umfaßte, spielten Nader & the Black Pearls so, als wenn es sich um eine öffentliche Probe handeln würde. Der Bardame gefiel es und so wurde der Band auch der ein oder andere Whisky spendiert, den diese brüderlich unter sich aufteilte – ein weiteres Zeichen für den Spaß auf der Bühne.
Die Show war mit einigen Coversongs versetzt, die schnell klar machten, dass sie für die Band keine echte Herausforderung waren. Und so wurde ein „Personal Jesus“ zum Ende hin auch noch ordentlich aufgemotzt.
Nach 45 Minuten war die Show vorbei. Zugabe-Rufe konnte man bei 30 Leuten wohl nicht erwarten. Das Ende der Show war leider sehr unspektakulär, ohne ein Schlusswort und ohne einen Hinweis auf den letzten Song.
Setliste:
01. Just Another Scar
02. Jesus & I
03. Pipeline
04. Stormride
05. Personal Jesus (Depeche Mode Interpretation)
06. Miles and Miles
07. Folsom Prison Blues (Johnny Cash Cover)
08. Borderline
09. Fishnet Stockings (Stray Cas Cover)
10. Rumble in Brighton (Stray Cats Cover)

Band: Nader & the Black Pearls
Wertung: 8/10
Web: www.myspace.com/naderrahy
Fazit:
Nader & the Black Pearls ist eine Band, die es sich auf jeden Fall lohnt live gesehen zu haben – es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein. Abgesehen von ein paar kleinen Verspielern und einem schwachen Abgang war es auch eine sehr gelungene Show. Das Publikum war auch leider nur sehr schwach vertreten, was die Band aber nicht davon abhielt eine gute Show abzuliefern.
Akustik / Licht:
Wirkliches Licht war nicht vorhanden, eine Anlage um die Musik zu verstärken war auch nicht zu finden. Dennoch machten die Band und der Tontechniker das beste draus und insgesamt konnte man mit dem Sound durchaus leben.
Getränketechnisches:
Ein Becks gab es für unglaubliche 1,90 €, ein Malz-Getränk für 1,60 €. Preise top!
Preis: freier Eintritt
Location: Rockbar Pankow, Mühlenstr. 30, 13187 Berlin
Saniäres: Klein, aber sauber und absolut in Ordnung









Hi,
ich bin des öfteren in der Rockbar und genieße die Live-Gigs sehr. Es is sehr gemütlich und auch die Wirtin macht einen super netten Eindruck. Besonders toll finde ich dort die gemischte Musik. Es wird von allem was gespielt und kann nur jedem emfehlen dort mal vorbei zu schauen. Die Technik wird auch bestimmt bald verbessert, doch sie bietet Bands auch Ihre ersten Live-Schritte zu machen…
Also schaut einfach mal vorbei und vielleicht sieht man sich auf ein Bierchen oder einen Jacki-Cola ;))
Kann ich nur zustimmen. Die PA ist tatsächlich nur eine Art Gesangsanlage, die bei guter Backline jedoch ausreichen kann. Die Atmosphäre bei Livekonzerten ist sehr direkt, ungemein persönlich. Die meisten Bands kommen gern wieder, vielleicht gibt es ja auch noch ein Nader-Konzert (denn dieses hier habe ich verpasst, die Beschreibung hört sich jedoch gut an).