Nightcap – 13.02.10 – Aufsturz – Berlin
14. Februar 2010 von das hainkind
Es ist verdammt kalt draußen und dennoch habe ich mich aufgemacht mir eine Berliner Band anzuschauen. Der Winter zieht sich momenten unnormal lange hin und trägt nur wenig zur Begeisterung bei, sich in die Nacht zu stürzen. Eines meiner ersten Ziele 2010 war das Aufsturz in der Orianienburger Straße in Mitte. Hier sollten Nightcap den Abend, im Keller des Aufsturz, einläuten.
Das Aufsturz ist bekannt für seine rund 100 Biersorten und war an dem Abend, wie meistens, gut gefüllt. Offizieller Konzertbeginn sollte 21:00 Uhr sein. Ich hatte also noch genug Zeit mir etwas Flüßiges zu organisieren – Auswahl gab es ja genug.
Kurz nach 9 machte ich mich dann in Richung Musikkeller auf. Wie es bei Konzerten von Berliner Bands so ist, trifft man immer wieder bekannte Gesichter – ganz wie ein kleines Familientreffen. Es herrschte großer Andrang auf dem Weg in den Keller, doch nach weiteren 15 Minuten stand ich dann an der nächsten Bar und konnte mir den Keller mal etwas genauer anschauen. Der Musikkeller des Aufsturz faßt ungefähr 200 Leute und bot von der Ausstattung her vielleicht nicht gerade das passende für eine Metalband, aber für Nightcap schien der Raum wirklich passend.
Mein Platz war an der Bar. Von hier aus hatte ich einen guten Blick in den Raum, auch wenn die Sicht zur Bühne etwas darunter litt, aber hey, ich war an der Bar :)
Nightcap
Um 22:00 Uhr ging es dann los. Der Musikkeller war inzwischen gut gefüllt – ich tippe mal auf 150 Gäste. Nightcap ist eine Berliner Band, die in erster Linie durch den hervorragenden Gesang von Sänger Marek lebt. Der Kern der Band besteht aus Benjamin Foth an der Gitarre und Marek Jamrozy am Gesang. Für Liveauftritte und Studioaufnahmen sind jedoch noch diverse weitere Musiker mit dabei – Rainer Engelmann – Bass, Ronny Dehn – Drums, Nil Mahrous – Percussions, Chris Lippert – Guitars, Chris Rodriguez – Bass und Stefan Fehling – Klavier. Die einzelnen Musiker spielen unter anderem bei Jazzkomplott, the Toulouse, Metrocolor, 5Bugs und East Blues Experience.
Ich hatte Nightcap bereits einige Male live erleben dürfen und wußte also, dass dies ein Abend der leisen Töne werden würde. Die Band begann ihr Konzert mit sanften Gitarrenklängen untermalt mit einer Stimme, die schon in den ersten paar Sekunden wirkte. Ihr ausschlaggebendes Merkmal ist meiner Meinung nach der gekonnte Wechsel zwischen mittleren Höhen und Kopfstimme, wie sie auch Bands wie Coldplay oder Muse einsetzen. Dennoch sind Nightcap etwas ganz Eigenes. Das gekonnte Gitarrenspiel von Ben wurde von Marek am Gesang begleitet, der selbst eine zweite Gitarre dazu spielte.
Schnell füllte sich der Raum mit einer ganz besonderen und angenehmen Stimmung. Das überwiegend weibliche Publikum sog die von der Band in den Raum transportierten Klänge auf und wippte im Takt mit.
Softer GitarrenPopRock trifft meiner Meinung nach den Nagel auf den Kopf. Sehr schöne und eingängige Melodien gaben den jeweiligen Songs einen großen Wiedererkennungswert und einige hatten auch diesen typischen Mitsingcharakter, was Marek, der im Übrigen auch sehr gut entertainte, dem Publikum auch immer wieder nahe brachte.
Im ersten Moment wirken die meisten der Songs recht einfach in ihrem Aufbau und in ihrer akustischen Wahrnehmung. Beim näheren Hinhören, fallen jedoch immer wieder subtile Feinheiten auf, die die Stücke auch beim zweiten und dritten Mal hören nicht langweilig wirken lassen.
Sehr schön abwechslungsreich war der dosierte Einsatz von Klavier und Percussions, die die Stücke immer wieder neu einfärbten. Nach der ersten Hälfte des Sets wurden Gitarre und Gesang dann auch von einem Schlagzeug unterstützt, dass den Songs einen noch dynamischeren Grundbeat verlieh.
Der Song des Abends war “special”, ein absoluter Frauensong, der unglaublich gefühlvoll, fast schon zerbrechlich vom Kern der Band präsentiert wurde.
Nach einer guten Stunde waren Nightcap dann mit dem regulären Set durch und begannen kurz darauf mit ihr halbstündigen Zugabe. Auch hier hatten die Jungs noch einige gute Songs in petto. 23:30 Uhr verabschiedete sich die Band für den Abend von der Bühne und bedankte sich in sehr sympatischer Art und Weise vom Publikum.
Um doch ein klein wenig Kritik zu äußern – mir schienen die Späße auf der Bühne, die dennoch einen hohen Unterhaltungswert hatten, ab und an zu aufgesetzt und einstudiert.
Setlist des Abends
01. GOODBYE
02. BETTER DAYS
03. SO FAR
04. FUCKIN‘ MONDAY
05. OH, WHAT A DAY
06. LAST WISH
07. PALE BLUE STONE
08. NUM3ER
09. WHATEVER YOU DO
10. SPECIAL
11. ANYTHING GOES
12. DANCE WITH ME!
13. EMPTY HEAD
Zugabe
14. STRONG
15. WHY?
16. WHY GEORGIA (cover)
17. BABY CAN I HOLD YOU (cover)
18. THE LAST TIME
19. SMALLTOWN BOY (cover)
20. SEX ON FIRE (cover)
Band: Nightcap
Wertung: 9/10
Web: www.nightcap.eu
Fazit:
Der 90 minütige Abend bot eine Menge Abwechslung und Spaß für die Konzertbesucher. Nightcap ist eine Band, die ich nur jedem empfehlen kann. Die Jungs haben ein ausgefeiltes Repertoire und sind inzwischen ein kleiner Geheimtipp geworden.
Akustik / Licht:
Der Sound war für den Raum absolut in Ordnung und gut ausgesteuert. Einziges Manko, das Licht. Es hingen diverse Scheinwerfer im Raum, die jedoch keinerlei optische Effekte erzeugten.
Getränketechnisches:
Rund 100 Biersorten lassen kaum noch Wünsche offen.
Preis: 7,- €
Location: Oranienburger Str. 67, 10117 Berlin-Mitte










sag mal, warn wir beide da nicht auch mal zusammen genau dort genau bei denen?
klingt auch genau wie ichs in erinnerung habe…
greetz
Hey Pete,
stimmt! War auch im Aufsturz und auch Nightcap, aber ich glaube damals war’s teurer. Hat auf jeden Fall wieder einmal Spaß gemacht die Band zusehen.
Gruß vom hainkind ;)